R2 Anleitung & Wissensdatenbank
Verhindern, dass PV-Module Strom leiten
Q: Können Sie die Anforderungen beschreiben, die an Einrichtungen gestellt werden? entwickeln , bei der Instandhaltung ein dokumentiertes Verfahren zum Schutz von PV-Modulen vor Stromleitung?
A: Beim Lesen von Anhang G(5) zur elektrischen Sicherheit ist es wichtig, die ausdrückliche Anforderung zu beachten, dass die Anlage einen dokumentierten Prozess entwickeln und aufrechterhalten muss. Das bedeutet, dass sich eine R2-Anlage nicht allein auf verbale Kommunikation verlassen kann. Sie muss über eine schriftliche Dokumentation verfügen, die die Schritte der Mitarbeiter beim Transport, der Handhabung, der Lagerung und der Verarbeitung von PV-Modulen zum Schutz vor elektrischen Gefahren klar beschreibt. Die Anlage muss diese Dokumentation außerdem pflegen, sie auf dem neuesten Stand halten und den Zertifizierungsprüfern zur Verfügung stellen.
Der dokumentierte Prozess kann eine Vielzahl von Fragen berücksichtigen, z. B. wo die Module gelagert werden (der Sonne ausgesetzt oder überdacht), welche Geräte zum Transport und zur Verarbeitung verwendet werden (Gabelstapler oder manuelles Tragen), welche persönliche Schutzausrüstung die Mitarbeiter tragen müssen (spezielle Arten von Handschuhen oder andere PSA) und vieles mehr. Es ist wichtig zu wissen, dass PV-Module manchmal aufgrund von Schäden, auch durch extreme Wetterbedingungen, vom Netz genommen werden. Darüber hinaus können die Paneele oder Wechselrichterkästen während der Außerbetriebnahme oder des Transports beschädigt werden. Daher sollten Anlagen bei der Risikobewertung die von beschädigten Solarmodulen ausgehenden Gefahren berücksichtigen und verschiedene Arten von Schäden und Bedingungen berücksichtigen, die individuelle Protokolle für Transport, Handhabung, Lagerung und Verarbeitung nach sich ziehen. Bedenken Sie, dass die Sicherheitsprotokolle je nach Art des Schadens unterschiedlich ausfallen können – sei es gesprungenes Glas, eine gebrochene Rückseitenfolie, die möglicherweise Verbindungen freilegt, ein beschädigter Anschlusskasten und/oder freiliegende Schrift oder ein beschädigter Wechselrichter. Bei der Bewertung dieser Risiken sollten die Einrichtungen auch die unterschiedlichen Risikostufen berücksichtigen, die durch die Einwirkung von Gleich- oder Wechselstrom entstehen, wobei letzterer oft als gefährlicher gilt.
Wichtig ist auch, dass der dokumentierte Prozess den Umgang der R2-Anlage mit den PV-Modulen ab dem Zeitpunkt der Übernahme der Module durch die Anlage abdecken muss, also bereits vor deren Eintreffen in einer Recycling- oder Wiederverwendungsanlage. Das bedeutet: Wenn eine R2-Anlage mit der Stilllegung einer Solaranlage beauftragt wurde, muss der dokumentierte Prozess der Anlage auch den Prozess regeln, der verhindert, dass die Module im Feld Strom leiten. Dort ist das elektrische Sicherheitsrisiko wahrscheinlich höher, da mehrere Module unter direktem Tageslicht miteinander verdrahtet sind.
Ein wichtiger Aspekt der Dokumentation ist, dass sie die individuellen Umstände und Gefahren in jeder einzelnen R2-zertifizierten Anlage widerspiegelt. Beispielsweise werden die dokumentierten Prozesse für eine Anlage, die sich auf die Prüfung und den Weiterverkauf funktionsfähiger, vom Netz genommener PV-Module konzentriert, wahrscheinlich anders aussehen, da diese nicht so produktiv sind wie neuere Modelle, als für eine Anlage, die sich auf die Rückgewinnung von Materialien aus beschädigten Modulen konzentriert.
Bei der Entwicklung des dokumentierten Prozesses können Anlagen von der Einbindung einiger Ergebnisse der gemäß Anhang G(3) erforderlichen Gefahrenanalyse profitieren. Diese Anforderung besagt, dass R2-Anlagen regelmäßig eine Bewertung der elektrischen Sicherheitsrisiken durchführen müssen, die mit der Handhabung und Verarbeitung von PV-Modulen verbunden sind oder sein könnten. Darüber hinaus müssen sie die durch die Bewertung identifizierten Kontrollen implementieren (eine ausführlichere Erläuterung dieser Anforderungen finden Sie in Anhang G, Fragen und Antworten zur Zertifizierung, Teil 3). Die Bewertung der elektrischen Gefahren und ihre regelmäßigen Aktualisierungen werden voraussichtlich hilfreich für die Ausarbeitung und Aufrechterhaltung des dokumentierten Prozesses gemäß Anhang G(5) der Anlage sein.